Public:Basisbildung

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Basisbildung Hintergrundinformationen


Inhaltsverzeichnis



1. Was versteht man unter Basisbildung?

Zur Basisbildung zählen

  •  die Kulturtechniken Lesen, Schreiben, Rechnen, Umgang mit dem Computer
  •  Mündliche Sprachkompetenz, Zuhören und Verstehen
  •  Umgang mit Daten und Zahlen, Umgang mit Maßen und Formen
  •  die Schlüsselkompetenzen Kommunikation, Problemlösung, Arbeiten mit anderen
  •  Lernkompetenz

Der Bedarf an Basisbildung muss immer in Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen betrachtet werden. Der Grad an Bildung, der vor 30 Jahren ausgereicht hat um am Arbeitsplatz zu bestehen, ist heute zu wenig. Es ist enorm wichtig geworden sich ständig weiterzubilden sowohl im Privaten als auch im Beruflichen. Dazu sind jedoch grundlegende Fähigkeiten in den Kulturtechniken nötig.

Primärer Analphabetismus bedeutet, dass ein Mensch weder in der Lage ist zu schreiben, noch zu lesen und diese Fähigkeit auch nie erworben hat. Dieses Problem ist nicht nur in Entwicklungsländern zu finden, sondern auch in Industriestaaten.

Von sekundärem Analphabetismus spricht man seit den 1970er Jahren, wenn die Fähigkeiten zum schriftlichen Umgang mit Sprache wieder verlernt wurden. Eine Ursache hierfür liegt sicherlich in der zunehmenden Bedeutung der Bildschirmmedien und des Telefons.

Funktionaler Analphabetismus bedeutet, dass jemand über keine ausreichenden schriftsprachlichen Kenntnisse verfügt, die in seinem privaten und beruflichen Lebensumfeld vorausgesetzt werden. So reicht zum Beispiel das Lesen und Schreiben einzelner Wörter nicht aus, um Briefe oder die Zeitung zu lesen, Gebrauchsanleitungen, Beipackzettel, Arbeitsanweisungen oder Warnhinweise zu verstehen, Formulare oder Anträge von Behörden auszufüllen.
Auch beim Schreiben gibt es eine Bandbreite unterschiedlicher Kenntnisse. Manche Erwachsene können nicht viel mehr als ihren Namen schreiben. Andere kommen mit dem Schreiben so gut zurecht, dass man den Text verstehen kann, den sie notiert haben. Aber wenn in jedem zweiten Wort Fehler sind, reichen diese Kenntnisse einfach nicht aus.


Für wen ist Basisbildung gedacht?

  • Personen mit Erstsprache Deutsch, welche die Schulpflicht erfüllt haben, aber keinen positiven Pflichtschulabschluss erreicht und Defizite in den Grundkompetenzen haben.
  • Personen mit positivem Pflichtschulabschluss, die dennoch entsprechende Defizite aufweisen (zum Beispiel sekundärer Analphabetismus, Diskalkulie,...)
  • Personen mit Migrationshintergrund und mangelnden Basis- und Grundkompetenzen

(Definition der Zielgruppe durch die "Initiative Erwachsenenbildung")


Wie viele Menschen mit Basisbildungbedarf gibt es in Österreich?

Ausgehend von UNESCO-Schätzungen leben in Österreich rund 600.000 Erwachsene, die Probleme mit dem Lesen und Schreiben haben. Das bedeutet, dass in Österreich jeder 15. Mensch nicht genug lesen, schreiben oder rechnen kann, um all die Dinge zu tun die er tun möchte oder zur Lebensbewältigung tun müsste.
Im Herbst 2013 wurden die Ergebnisse der OECD-PIAAC-Studie über die Kompetenzen Erwachsener und die Anforderungen im Informationszeitalter veröffentlicht:

  • 17,1% das sind 970.000 ÖsterreicherInnen im Alter von 16 bis 65 Jahren verfügen nur über niedrige Lesekompetenzen,
  • 14,3%, 800.000 Österreicher/innen im Alter von 16 bis 65 Jahren, verfügen über eine niedrige alltagsmathematische Kompetenz,
  • 15,5 % -  rund 880.000 Österreicher/innen besitzen ungenügende Computerkenntnisse.

Eine etwas ausführlichere  Zusammenfassung der Ergebnisse können Sie hier nachlesen.


Maßnahmen zur Basisbildung in Österreich

Initiative Erwachsenenbildung

Die Initiative Erwachsenenbildungist eine Kooperation der Länder und des Bundes zur Förderung grundlegender Bildungsabschlüsse für Erwachsene. Ihr Ziel ist es, in Österreich lebenden Jugendlichen und Erwachsenen auch nach Beendigung der schulischen Ausbildungsphase den Erwerb grundlegender Kompetenzen und Bildungsabschlüsse unentgeltlich zu ermöglichen.

Die Zahl der Organisationen, die Basisbildungs- und Alphabetisierungskurse sowie Kurse zum Nachholen des Pflichtschulabschlusses anbieten, ist im Zuge der Umsetzung der Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG zwischen dem Bund und den Ländern gestiegen.
Eine umfassende Übersicht über das Kursangebot in Österreich, befindet sich auf der Website www.basisbildung-alphabetisierung.at (in Form einer Karte). Hier wird zwischen Kursen in Deutsch als Erst/Zweitsprache und Pflichtschulabschluss unterschieden.
Neu: Suche in der  Datenbank der Initiative Erwachsenenbildung: Hier können Sie nach Bundesland, Basisbildung oder Pflichtschulabschluss suchen. Klicken Sie auf die Detailinformationen, um Informationen über Schwerpunkte, Gruppenzusammensetzung usw. zu erhalten


Aus- und Weiterbildung für BasisbildnerInnen
TrainerInnen in der Basisbildung müssen bestimmte Ausbildungen nachweisen können, bzw. sich akkreditieren lassen:
Aktuelle Aus- und Weiterbildungstermine


Zentrale Service- und Beratungsstelle für Basisbildung und Alphabetisierung

Die Zentrale Beratungsstelle ist eine überregionale und überinstitutionale Informationsdrehscheibe zur Förderung von Basisbildung und Alphabetisierung auf verschiedenen Ebenen. Unabhängig von ihrer regionalen Situierung und institutioneller Anschließung werden kursanbietende Organisationen, Betroffene, MittlerInnen, TrainerInnen, MedienvertreterInnen und die breite Öffentlichkeit in ihren Aktivitäten unterstützt und serviciert.

Information, Beratung und Service rund um das Thema Basisbildung durch:

o Alfatelefon Österreich 0800 244 800
o Internetportal www.basisbildung-alphabetisierung.at
o Facebook "Basisbildung und Alphabetisierung"

Kurssuchende und deren Vertraute finden auf www.basisbildung-alphabetisierung.at ein durch Google-maps unterstütztes Kursfinder-Programm mit Angeboten in allen österreichischen Bundesländern für Alphabetisierungs- und Basisbildungkurse sowie Kurse für den Pflichtschulabschluss.

Burgenland

Oberösterreich

Salzburg

Steiermark

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